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Zoë Beck, Foto: © Sebastian Schiller

Heimlich Einkaufen in den Tiefen des Darknets

Foto: © Sebastian Schiller - Der kurze Augenblick des Schweigens war für Zoë Beck dann doch überraschend. Auf die Frage "Waren Sie schon einmal im Darknet?" meldete sich niemand. In den bisherigen Lesungen hätten sich zumindest einige Zuhörer zu erkennen gegeben. Neugierig sei sie selbst schon immer gewesen und hat daher für ihr letztes Buch wieder sehr ausführlich recherchiert: Über das Darknet, seine Funktionen und Möglichkeiten zur anonymen Beschaffung von Drogen. Den mehr als 70 Gästen erklärt sie gerne, dass der Besuch des Darknets grundsätzlich "gar nicht schlimm" und hierfür lediglich die Benutzung eines sogenannten Tor-Browsers notwendig sei. Erst kürzlich war vom Bundeskriminalamt ein Händlerring im Darknet aufgespürt und ausgehoben worden. Auch verwendete Beck die grausigen Informationen über den Fund einer Leiche, die vor einigen Jahren im Fußboden eines Hamburger Restaurants einbetonierten worden war.

Ihr neuestes Buch "Die Lieferantin" spielt wieder in Großbritannien und greift erneut aktuelle sowie politische Themen auf. Die Handlung ist in ein zukünftiges London nach dem Brexit verlegt. Es geht um eine besondere Form der Drogenlieferung mittels Hochleistungsdrohnen. Durch die Verwendung moderner Technologien und der damit verbundenen Sprache in ihren Büchern nimmt Zoë Beck in Kauf, nicht alle Zielgruppen zu erreichen. Auf ein hohes Maß an Spannung können sich ihre zahlreichen Leser indes immer einstellen. Unabhängig davon ob nun "Thriller" oder "Kriminalroman" auf der Titelseite ihres Buches steht. Überhaupt habe Beck keinen wesentlichen Einfluss auf die Gestaltung ihrer Bücher. Von der Schriftstellerei kann sie jedoch alleine nicht leben. Daher arbeitet sie zusätzlich als Synchronsprecherin, Übersetzerin und als Verlegerin ("Culturbooks").

Als Verlegerin hat sie eine ganz besondere Beziehung zu Buchhändlern. Und so bittet Beck gleich zu Beginn der 32. Finsterwalder Stadtgespräche Astrid Bobkiewicz-Böhm von der Buchhandlung "Discover" zu sich nach vorne, um ihr für die Arbeit in ihrem Beruf und das damit verbundene Engagement zu danken. Die knapp 1.000 Schuhmacherleisten im Alten Warenspeicher bilden an dem Abend einen illustren Rahmen der Lesung. Manch Gast mag gewillt sein, unterhalb der vermeintlichen Füße sogleich nach Tätern und Motiven zu suchen. Außergewöhnlich viele Fragen runden die sehr gelungene Veranstaltung ab. Abgabetermin ihres nächsten Buches ist im kommenden September. Ihre große Lesergemeinde, die sich durch ihren Besuch in Finsterwalde noch weiter vergrößert haben dürfte, darf sich also auf weitere spannende Lesemomente freuen.

Lesen Sie mehr über die Veranstaltung mit Zoë Beck: Lausitzer Rundschau »
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